Karl Mildenberger

* 23.11.1937 in Kaiserslautern
† 04.10.2018
Erstellt von Saarbrücker Zeitung
Angelegt am 08.10.2018
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Über den Trauerfall (5)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Karl Mildenberger, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Sonstiges

08.10.2018 um 09:53 Uhr von Redaktion

Der Kampf Mildenbergers gegen den Amerikaner Archie McBride, der am Freitag, den 25. Januar 1963 im Berliner Sportpalast hätte stattfinden sollen, wurde von den Veranstaltern vorsorglich um einen Tag verschoben, weil man fürchten musste, dass das Publikum an diesem Abend ausbleiben würde. Der Grund war die Fernsehausstrahlung der sechsten und letzten Folge des Kriminalfilms Tim Frazer von Francis Durbridge, die eine Einschaltquote von 93 % erreichte.

 

Ehrungen

08.10.2018 um 09:52 Uhr von Redaktion

Nach dem Boxen

08.10.2018 um 09:50 Uhr von Redaktion

Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn blieb Karl Mildenberger neben seiner Arbeit bei der Bayerischen Brauerei Kaiserslautern stets seinen sportlichen Aspekten im Leben treu. Dies spiegelte sich in einer Anstellung als Rettungsschwimmer beim Sport- und Bäderamt in Kaiserslautern wider, die er bis zum hohen Rentenalter ausübte.

Sein Wissen und seine Erfahrungen um den Boxsport gab er der Boxabteilung seiner Heimatstadt Kaiserslautern weiter. Dort engagierte er sich ehrenamtlich für den Nachwuchs.

Bei großen Box-Veranstaltungen in Deutschland, beispielsweise bei den WM-Kämpfen von Axel Schulz, war er immer wieder zu sehen.

Bei der Deutschland-Premiere des Kinofilms Ali in Riesa war der Kontrahent von 1966 ebenfalls zu Gast und traf dort Ali nach vielen Jahren wieder. Dabei forderte ihn der schwerkranke Ali sogar nochmal zu einem kleinen Sparring heraus.

Karl Mildenberger lebte in Kaiserslautern und starb dort am 4. Oktober 2018 im Alter von 80 Jahren in einem Hospiz.

Boxkarriere

08.10.2018 um 09:49 Uhr von Redaktion

Mildenberger begann seine Boxkarriere 1946 mit Training in der Jugendstaffel der Boxabteilung des 1. FC Kaiserslautern, die von seinem Onkel Richard Mildenberger geleitet wurde. Aufgrund der Kriegsschäden des Zweiten Weltkriegs trainierte er im Sommerhalbjahr zeitweise auf dem Rasen des Betzenbergstadions. Mit elf Jahren bestritt er seinen ersten Amateurboxkampf und gelangte 1956 in die bundesdeutsche Amateurstaffel. Nach seiner Amateurkarriere wurde Mildenberger 1958 Profi im Boxstall von Promoter Willy Knörzer. Nach dessen Tod 1960 wurde Bruno Müller sein Trainer. Bei seinem ersten EM-Kampf unterlag er am 24. Februar 1962 gegen Dick Richardson in Dortmund durch K.O. in Runde 1. Nach dieser „Blitz-K.O.-Niederlage“ wurde Mildenberger in Anlehnung an Karl den Großen, dessen Namen er als Spitznamen seit seinem Sieg gegen Howard King trug, von der Bild-Zeitung als „Karl der Flache“ bespöttelt. Den Europameistertitel gewann er im zweiten Anlauf in seinem 45. Kampf gegen Sante Amonti am 17. Oktober 1964 in Berlin durch K.O. in der ersten Runde. Zeitweise war er in den 60er-Jahren der einzige Europäer in der Weltrangliste.

1966 besiegte Mildenberger den langjährigen Weltranglistenboxer Eddie Machen, der mit der Rechtsauslage seines Gegners nicht klarkam. Karl Mildenbergers wohl bedeutendster Kampf fand am 10. September 1966 im Frankfurter Waldstadion statt. An jenem Tag lieferte der Pfälzer Europameister vor 45.000 Zuschauern dem Schwergewichts-Weltmeister Muhammad Ali bis in die zwölfte Runde einen großartigen Kampf und machte dem Weltmeister schwer zu schaffen. Er setzte Ali vor allem in der sechsten und siebten Runde mit seiner gefürchteten Linken unter Druck. Doch nach einer schweren Platzwunde über dem linken Auge nahm der Ringrichter Mildenberger in der zwölften Runde aus dem Kampf. „Es war mein schwerster Kampf seit dem Titelgewinn gegen Sonny Liston“, sagte Ali nach seiner sechsten erfolgreichen Titelverteidigung und kündigte an, nie wieder gegen Karl Mildenberger boxen zu wollen. Es war der erste Schwergewichts-Weltmeisterschaftskampf, der in Deutschland ausgetragen wurde. Der Kampf wurde nicht live im deutschen Fernsehen übertragen, aber in 11 Ländern Europas.

Sechsmal verteidigte Mildenberger seinen Europameistertitel erfolgreich. Am

  • 14. Mai 1965 in Frankfurt gegen Piero Tomasoni nach 15 Runden, am
  • 26. November 1965 in Frankfurt gegen Gerhard Zech nach 15 Runden, am
  • 15. Juni 1966 in Frankfurt gegen Yvan Preburg nach 15 Runden, am
  • 1. Februar 1967 in Frankfurt gegen Piero Tomasoni nach 15 Runden, am
  • 21. Mai 1967 in London gegen Billy Walker durch K.O. in der achten Runde und am
  • 31. Dezember 1967 in Berlin gegen Gerhard Zech nach 15 Runden.

Als Muhammad Ali 1967 der Titel aberkannt wurde, war Mildenberger erneut Weltranglistenerster. In einem WM-Ausscheidungskampf erlitt er jedoch gegen den Argentinier Óscar Bonavena am 16. September 1967 in Frankfurt eine schwere Niederlage nach zwölf Runden und ging dabei viermal zu Boden. Im September 1968 verlor Mildenberger durch Disqualifikation in der achten Runde gegen den englischen „British Empire Heavyweight Champion“ Henry Cooper und zog sich schließlich im darauffolgenden Jahr vom Boxsport zurück.

Karl Mildenberger

08.10.2018 um 09:47 Uhr von Redaktion

23. November 1937 in Kaiserslautern; † 4. Oktober 2018 ebenda) war ein deutscher Boxer. Von 1964 bis 1968 war er Europameister, zudem belegte er zeitweilig Platz eins der Weltrangliste.

Er boxte in der für seine Zeit untypischen Rechtsauslage. Mildenberger gewann den Deutschen Amateurmeistertitel des Jahres 1958 im Trikot des 1. FC Kaiserslautern.Danach absolvierte er in seiner Profikarriere von 1958 bis 1969 62 Kämpfe, von denen er 53 gewann (19 davon durch K.O.), drei unentschieden boxte und sechs verlor.

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