Ursula Rosenschon

Ursula Rosenschon

geb. Schneider
* 02.08.1939
† 05.10.2007 in Siegertshofen
Erstellt von Saarbrücker Zeitung
Angelegt am 05.10.2007
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Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau

22.10.2007 um 19:52 Uhr von VRS
Dr. Ursula Rosenschon war eine der letzten echten Landärztinnen. Für ihre Patienten war die Eglingerin 24 Stunden am Tag da, sagt ihr Ehemann Dr. Georg Rosenschon mit einem nachsichtigen Lächeln. Die Familie sei dabei oft zu kurz gekommen. "Ursula war ein hochidealistischer Mensch. Sie glaubte, für alle sorgen zu müssen." Oft wurde sie mitten in der Nacht gerufen. Sie eilte zu fiebernden Kindern und verarztete Schnittverletzungen. "Wenn wir mal dazu kamen, mit unseren Kindern eine Bergtour zu unternehmen, mussten wir pünktlich zurück sein, weil am Abend noch jemand eine Spritze von meiner Frau brauchte", erinnert sich der Witwer. Für ihren Einsatz habe sie längst nicht so viel Anerkennung erfahren, wie sie verdient hätte, urteilt er rückblickend. Auch das Schicksal meinte es nicht gut mit der zweifachen Mutter. Mehrmals in ihrem Leben erkrankte sie schwer. An einem Magendurchbruch wäre sie als 47-Jährige fast gestorben. Einige Jahre später bekam sie Brustkrebs. Beides steckte sie weg. Nachdem sie ihre Praxis in Öhnböck aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, half sie bei Kollegen aus. Nebenbei studierte die Medizinerin Slawistik. Im Februar dieses Jahres wurden bei einer Untersuchung Lungenmetastasen bei ihr festgestellt. An den Folgen starb Ursula Rosenschon im Alter von 68 Jahren ­- "viel zu früh", sagt ihr 80-jähriger Ehemann. Seine Frau hätte sich so gerne noch um ihre beiden Enkelkinder gekümmert, während ihre Tochter arbeitet. Sie sei eine strenge Oma gewesen. Konsequent in der Erziehung, wie in allen anderen Bereichen auch. In den 90er Jahren kämpfte sie als Sprecherin einer Bürgerinitiative gegen eine geplante Mülldeponie in Feldkirchen, um die unberührte Landschaft zu erhalten und das Grundwasser zu schützen. Sie ermöglichte trotz unverhältnismäßig hoher bürokratischer Hürden die Einrichtung einer Kindertagesstätte in dem Münchner Haus des Ärzteehepaares. Mit Briefen und Veröffentlichungen versuchte sie, den Abriss des Vier-Jahreszeiten-Hauses in Wolfratshausen zu verhindern. "Das Bewahrende" nennt Rosenschon einen der herausragenden Wesenszüge seiner Frau. Sie restaurierte mit großem Geschick alte Möbel und kittete zerbrochenes Porzellan. "Es war jedesmal ein Kampf, wenn ich einen Ast absägen wollte", sagt er und blickt voll Wehmut auf den verwilderten Garten. Tanja Lühr

SAARBRÜCKER ZEITUNG

vom 09.10.2007
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